Junge Wirtschaft fordert entschlossene Reformen – Bürokratieabbau hat höchste Priorität
Stimmungsbarometer 2026
Die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) fordern spürbare Reformen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Grundlage ist das aktuelle Stimmungsbarometer 2026, eine jährliche Befragung der WJD-Mitglieder, an der in diesem Jahr 928 Unternehmer:innen sowie Führungskräfte teilgenommen haben. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Der unternehmerische Wille ist vorhanden, doch strukturelle Hürden bremsen ihn weiterhin massiv aus.
„Als junge Wirtschaft wollen wir Verantwortung übernehmen, investieren und Arbeitsplätze schaffen. Doch wir stoßen zu oft auf Strukturen, die uns ausbremsen, statt uns zu unterstützen. Wenn Bürokratie, Komplexität und langsame Verfahren zum Alltag gehören, wird aus unternehmerischem Engagement kein Wachstum. Es braucht jetzt den klaren politischen Willen, diese Bremsen zu lösen und Zukunft möglich zu machen“, ordnet WJD-Bundesvorsitzender Heiko Kösling die Ergebnisse des Stimmungsbarometers ein.
Bürokratieabbau als dringendste Maßnahme
Für die junge Wirtschaft ist klar: Der wichtigste Hebel liegt im Abbau von Bürokratie. 85,8 % der Befragten attestieren der Bundesregierung ein zu geringes Tempo bei Genehmigungsverfahren, während nur 8,1 % überhaupt Fortschritte erwarten. Bürokratieabbau wird daher als wirksamste Maßnahme bewertet, noch vor steuerlichen Entlastungen. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Komplexe Verfahren, Dokumentationspflichten und regulatorische Vorgaben hemmen unternehmerische Initiative und Investitionen.
Steuerrecht wird zum Risiko für den Generationswechsel
Um den anstehenden Generationswechsel zu bewältigen und unternehmerische Kontinuität zu sichern, sehen die WJD vor allem im Steuerrecht dringenden Reformbedarf. Eine breite Mehrheit spricht sich für spürbare Vereinfachungen und Entlastungen aus, insbesondere bei der Besteuerung von Unternehmensübertragungen.
Der Handlungsdruck ist hoch: 72,2 % der Befragten bewerten steuerliche und rechtliche Komplexität als größtes Hindernis bei Nachfolgen. Die Ergebnisse unterstreichen, dass ohne grundlegende Reformen wirtschaftliche Übergaben erschwert und Arbeitsplätze gefährdet werden.
Unternehmerischer Einsatz stößt an systemische Grenzen
Die Bereitschaft, unternehmerische Verantwortung zu übernehmen, ist ungebrochen: 60,9 % würden eine Gründung oder Nachfolge empfehlen. Gleichzeitig nennen 79,4 % schlechte Rahmenbedingungen als größtes Hindernis für Gründungen. Die WJD fordern, diese Diskrepanz endlich aufzulösen und die Rahmenbedingungen so zu verbessern, dass unternehmerischer Gestaltungswille auch umgesetzt werden kann.
Nachfolge strukturell absichern
Vor dem Hintergrund von rund 250.000 Unternehmen, die vor einem Generationswechsel stehen, betonen die WJD die Notwendigkeit gezielter Unterstützungsinstrumente. 54,5 % der Befragten sprechen sich für regionale Nachfolgeschutzzonen aus, um Unternehmensübergaben aktiv zu erleichtern und Arbeitsplätze zu sichern.
Internationale Wettbewerbsfähigkeit unter Druck
Aus Sicht der jungen Wirtschaft entscheidet sich internationale Wettbewerbsfähigkeit vor allem an drei Punkten: Bürokratie im Außenhandel (73,3 %), Energiepreise (67,3 %) und digitale Infrastruktur (59,0 %). Gleichzeitig zeigt die Umfrage auch Potenzial: Über 70 % sehen im technologischen Wandel, insbesondere in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, klare Wachstumschancen.
Fazit:
Die Ergebnisse des Stimmungsbarometers liefern eine eindeutige Botschaft: Die junge Wirtschaft ist bereit zu investieren, zu gründen und zu transformieren. Damit daraus Wachstum entsteht, braucht es jetzt konsequente politische Entscheidungen, vor allem beim Bürokratieabbau, bei steuerlichen Entlastungen und bei der Absicherung von Unternehmensnachfolgen.