Von WJ für WJ: Neue Health-Plattform online
Aus einer Idee am Küchentisch wurde ein dreijähriges Kooperationsprojekt mit fünfstelliger Förderung und politischer Schirmherrschaft. Daniel Spierer, Initiator von WJ Health und Vorstand für Unternehmertum und Start-ups bei den WJ München, erklärt, was es außer Begeisterung noch braucht, um ein Projekt dieser Größenordnung zum Fliegen zu bringen.

Wer bei uns mitmacht, engagiert sich im Beruf und will darüber hinaus auch etwas bewegen“, so steht es auf unserer Website. Doch was heißt das konkret? Wir haben uns im Verband umgesehen und als Beispiel die neue Gesundheits plattform WJ Health rausgepickt, die eindrucksvoll zeigt, wie groß Projekte vom Ehrenamt gedacht und umgesetzt werden. Von der eigentlichen Idee ei nes PräventionsMarktplatzes bis zum offiziellen WJ-Health-Launch im Rah men der BAVARIKO 2026 vergingen nur 15 Monate.
Lieber Daniel, am Anfang vieler Projekte oder auch Geschäftsideen steht ein Problem, das gelöst werden soll. Verrate uns doch bitte als Initiator von WJ Health, welche Beobachtung dein Projekt ins Rollen brachte.
Meine Frau Dr. Anne Spierer ist Arbeitsmedizinerin. In unseren Gesprächen ging es oft darum, dass viele Unternehmen mehr für die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden tun möchten, aber nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Gleichzeitig kenne ich bei den Wirtschaftsjunioren viele Gesundheitsanbieterinnen und anbieter, die nur schwer Zugang zu Unternehmen finden. Irgendwann war die Frage da: Warum bringen wir beide Seiten nicht zusam men?
Da die Plattform existiert, scheinst du keine überzeugenden Gegenar- gumente gefunden zu haben. Wie verlief der Start?
Am 9. Februar 2025 haben wir uns bei den WJ München entschieden, die Idee umzusetzen. Schon am nächsten Tag stand die erste Projektgruppe mit Mitgliedern aus unserem Kreis und von den WJ Augsburg. Mittlerweile ist die Plattform bei den WJ Bayern verankert. Große Ideen reichen über Amtszeiten hinaus, deshalb wollten wir von Anfang an die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen. Das Kernteam bilden Bettina Hoffmann, Markus Kurz, Benedikt Hermann und ich. Zusammen bündeln wir Kompetenzen aus Gesundheit, Marketing, Strategie und Projektmanagement. Nachdem sich das Kernteam gefunden hatte, begann die eigentliche Arbeit: einen geeigneten IT-Partner finden, Datenschutz und Sicherheit klären, Standards und Prozesse entwickeln – alles neben Beruf und Familie. Gerade die technische Umsetzung war aufwendiger als gedacht.
Ihr habt Partner:innen aus Politik und Wirtschaft im Projektverlauf eingebunden. Warum?
Die politische Schirmherrschaft hat Bernhard Seidenath, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, übernommen. Sie ist für uns kein Selbstzweck, sondern das Ergebnis eines gelebten Austauschs zwischen Wirtschaft und Politik. Möglich wurde sie durch den Know-how-Transfer der Wirtschaftsjunioren im Bayerischen Landtag. Der persönliche Dialog mit Bernhard Seidenath hat mir gezeigt, wie wichtig unterschiedliche Perspektiven sind, um gesellschaftlich relevante Zukunftsthemen gemeinsam voranzubringen. Dass er nun Schirmherr von WJ Health ist, ist ein schönes Beispiel da für, wie die Kernwerte der Wirtschaftsjunioren – Netzwerken, Politik, Bildung und soziale Verantwortung – in der Praxis zusammenwirken. Die Schirmherrschaft schafft Sichtbarkeit und Zugänge zu anderen Akteurinnen und Akteuren.
Wie habt ihr die AOK Bayern als Partnerin für WJ Health gewinnen
können?
Der Kontakt zur AOK Bayern entstand über Anna Meusert und die WJ Schweinfurt. Unser Netzwerk hat wieder einmal Türen geöffnet. Entscheidend war auch das gemeinsame Ziel der AOK und uns: Betriebliche Gesundheitsförderung für Unternehmen einfacher zugänglich zu machen. Die Kooperation umfasst eine dreijährige Förderung mit einem hohen fünfstelligen Betrag pro Jahr. So konnten wir die Plattform professionell aufbauen und verfügen jetzt über die Mittel, sie weiterzuentwickeln.
Wie können Mitglieder Teil von WJ Health werden?
Ordentliche Mitglieder sowie Förder mitglieder der Wirtschaftsjunioren aus dem gesamten Bundesgebiet können sich mit ihren qualifizierten Angeboten direkt online auf www.wjhealth.de/marktplatz anmelden.
Wie stellt ihr die Qualität der Angebote sicher?
Jede Anmeldung wird zunächst persönlich geprüft. Dazu führen wir mit jeder Anbieterin bzw. jedem Anbieter ein persönliches Kennenlerngespräch. Aktuell übernimmt Markus Kurz (WJ Augsburg) diese Aufgabe, perspektivisch gemeinsam mit Lino Schramm (WJ Schweinfurt). Dabei geht es darum, das Gesundheitsangebot, die Qualifikation und die Motivation kennenzulernen und gemeinsam zu prüfen, ob das Angebot zu WJ Health und dem Qualitätsanspruch der Plattform passt. Unser Ziel ist es, ein vertrauens-würdiges Netzwerk aufzubauen, das Unternehmen Orientierung bietet und hochwertige Gesundheitsangebote sichtbar macht.
Wie lange dauert der gesamte Anmeldeprozess und welche Kosten fallen an?
Die Freischaltung erfolgt in der Regel innerhalb weniger Werktage. Sowohl die Nutzung der Plattform für Unternehmen als auch die Registrierung als Anbieterin oder Anbieter sind kostenfrei.
Steht die Plattform allen Unternehmen offen?
Wir unterscheiden in diesem Punkt zwischen Angebot und Nutzung. WJ Health versteht sich in erster Linie als Projekt von Wirtschaftsjuniorinnen und Wirtschaftsjunioren für das WJ-Netzwerk. Deshalb sind die Ange bote auf WJ Health ausschließlich von unseren Mitgliedern. Anders sieht es bei der Nutzung dieser Angebote aus: Da steht WJ Health tatsächlich allen
Unternehmen offen. Jedes Unternehmen – unabhängig von einer WJ-Mit gliedschaft – kann die Plattform nutzen, sich über Gesundheitsangebote informieren und mit den Anbieterinnen und Anbietern in Kontakt treten.
Wo seht ihr die Plattform in drei Jahren?
Unsere Vision ist es, WJ Health als erste Anlaufstelle für Unternehmen zu etablieren, wenn es um betriebliche Gesundheitsförderung geht. Gleichzeitig möchten wir die vielfältigen Kompetenzen innerhalb des WJ-Netzwerks sichtbar machen und Unternehmen einen einfachen Zugang zu qualifizierten Gesundheitsangeboten ermöglichen. Darüber hinaus sehen wir WJ Health auch als Chance für die Zukunft der Wirtschaftsjunioren selbst.
Hält WJ Health auch unseren Verband jung?
Im Grunde genau das. Gesundheit ist ein wachsender Zukunftsmarkt mit vielen jungen, engagierten Unternehmerinnen und Unternehmern. WJ Health schafft einen niedrigschwelligen Zugang zur Gesundheitsbranche und erhöht unsere Sichtbarkeit bei potenziellen neuen Mitgliedern. So stärken wir langfristig nicht nur die Plattform, sondern gewinnen gleichzeitig neue Mitglieder für unser Netzwerk und mit ihnen neue Kompetenzen und Perspektiven.
Was rätst du Mitgliedern, die zwar großartige Projektideen haben, aber noch zögern, sie umzusetzen?
Mein Rat ist: groß denken, klein anfangen, früh die richtigen Partner einbinden – und dranbleiben. Große Projekte sind selten Sprints. Meistens sind sie Marathons.
Vielen Dank für das Gespräch.
Jetzt WJ Health nutzen
Mehr Informationen zur kostenlosen Registrierung und alle Gesundheits-angebote sind ab sofort online: www.wj-health.de.
Teile die Information gern in Deinem Kreis und Netzwerk, damit WJ Health weiter wächst.
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