Know-how-Transfer
Wirtschaft trifft Politik
Der Know-how-Transfer
In Zeiten vielfältiger Umbrüche ist der gemeinsame Dialog für die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland essenziell. Seit über 30 Jahren leistet der Know-how-Transfer (KHT) der Wirtschaftsjunioren Deutschland e.V. einen wichtigen Beitrag zum konstruktiven Austausch zwischen Politik und junger Wirtschaft.
Der nächste Know-how-Transfer findet vom 14. bis 18. Juni 2027 während der Sitzungswoche des Deutschen Bundestages in Berlin statt. Dann begleiten erneut 150 Unternehmer:innen und Führungskräfte jeweils eine:n Bundestagsabgeordnete:n eine Woche lang im parlamentarischen Alltag.
Was steckt hinter dem Format? Eine Woche lang begleiten 150 junge Führungskräfte und Unternehmer:innen aus ganz Deutschland Abgeordnete des Deutschen Bundestages. So entsteht ein direkter Dialog zwischen Politik und der jungen Generation des deutschen Mittelstands. Viele Mitglieder der Wirtschaftsjunioren stehen an der Spitze erfolgreicher Unternehmen, darunter zahlreiche Hidden Champions und Weltmarktführer ihrer Branche. Den Auftakt des Know-how-Transfers bildet der Tag der jungen Wirtschaft (TdjW), bei dem Entscheider:innen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik aktuelle Herausforderungen diskutieren, Kontakte knüpfen und voneinander lernen. Weitere Informationen zum Programm 2027 folgen in Kürze.
Gemeinsam bilden die Wirtschaftsjunioren das größte Netzwerk junger Unternehmer:innen und Führungskräfte unter 40 Jahren in Deutschland. Der Verband bringt die Perspektiven der jungen Generation in den wirtschaftspolitischen Dialog ein.
Unser Ziel

Politiker:innen kennen die konkreten Herausforderungen junger Unternehmer:innen oft nur aus der Distanz. Ob Unternehmensgründung, Fachkräftemangel, Digitalisierung, Transformation oder Unternehmensnachfolge: Gerade in Zeiten tiefgreifender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen ist der direkte Austausch zwischen Politik und Wirtschaft wichtiger denn je. Der Know-how-Transfer schafft dafür einen einzigartigen Rahmen.
Mit dem Projekt fördern wir das gegenseitige Verständnis zwischen Parlamentarier:innen und jungen Unternehmer:innen. Die Teilnehmenden erhalten Einblicke in politische Prozesse und die parlamentarische Arbeit, während die Abgeordneten die unternehmerische Realität und die Perspektiven der jungen Wirtschaft unmittelbar kennenlernen. Dieses Wissen aus erster Hand trägt dazu bei, politische Entscheidungen praxisnah, zukunftsorientiert und im engen Austausch mit den Menschen zu gestalten, die Verantwortung für Unternehmen, Arbeitsplätze und Innovationen in Deutschland übernehmen.
Rückblick Know-how-Transfer 2026
Keine Zeit für Bürokratie
Vom 8. bis 12. Juni öffnete der Deutsche Bundestag seine Türen für 150 Wirtschaftsjunior:innen, die am Know-how-Transfer 2026 der Wirtschaftsjunioren Deutschland teilnahmen. Der direkte Austausch zwischen junger Wirtschaft und Abgeordneten ist seit mehr als drei Jahrzehnten zentraler Bestandteil des WJD-Engagements für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
„Damit das Mögliche entsteht, muß immer wieder das Unmögliche versucht werden.“ Das schrieb Hermann Hesse lange bevor Begriffe wie Bürokratieabbau oder Verwaltungsmodernisierung politische Schlagworte wurden. Dennoch beschreibt sein Gedanke treffend den Anspruch des Know-how-Transfers (KHT) 2026 und die Botschaft der jungen Wirtschaft an die Politik: Der Abbau der anhaltend hohen Bürokratielast ist möglich und die Vereinfachung vieler Verfahren für Unternehmen keine überzogene Forderung.
Dementsprechend hatten die KHT-Teilnehmenden konkrete Beispiele dabei, wie Dokumentations- und Meldepflichten ausbremsen und an welchen Stellschrauben gedreht werden muss, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zukunftsfähig zu machen. Grundlage für die Empfehlungen war die WJD-Mitgliederumfrage zu Bürokratielast, an der sich rund 1.000 Wirtschaftsjunior:innen im Vorfeld des KHTs beteiligten.
„Ihr Wunsch lautet nicht weniger Staat. Sie wollen einen Staat, der mit Augenmaß agiert, Verantwortung und Vertrauen zurückgibt sowie Gründer:innen und Nachfolger:innen als Zukunftsmotor erkennt – nicht als Risikogruppe“, so Heiko Kösling, Bundesvorsitzender der Wirtschaftsjunioren Deutschland.
Den Auftakt zur fünftägigen KHT-Woche bildete das Politikpanel beim Tag der jungen Wirtschaft. Auf dem Podium diskutierte der WJD-Bundesvorsitzende mit Christoph Frauenpreiß (CDU), Martin Kröber (SPD) und Sandra Stein (Bündnis 90/Die Grünen) über die drei zentralen Forderungen des Verbands: Bürokratie abbauen, Steuern vereinfachen, Europa vollenden.
Bereits hier wurde deutlich: Die Herausforderungen sind bekannt, jetzt braucht es mehr Tempo bei deren Bewältigung. Die Redner:innen waren sich einig, dass es dafür einen engen Austausch zwischen Politik und Wirtschaft braucht. Gesagt, getan. In den folgenden Tagen wurden die Forderungen – zusammengefasst in einem Leporello und eingebettet in die Kampagne „Hürden runter, Chancen rauf“ – an Mitglieder des Deutschen Bundestages herangetragen und in zahlreichen Gesprächen mit Vertreter:innen von Ministerien und Behörden besprochen. Zusätzlich wurden einige Forderungen auf große Würfel gedruckt und an ausgewählte MdBs übergeben. Diese gaben das Versprechen, sich dem Anliegen bis zum Wiedersehen im kommenden Jahr anzunehmen.
Zum umfangreichen Rahmenprogramm gehörten unter anderem ein Austausch mit dem Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, Gespräche mit den Jungen Gruppen der Bundestagsfraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie CDU/CSU und Treffen mit Vertreter:innen verschiedener Bundesministerien. So diskutierten die Teilnehmenden im Bundesministerium der Finanzen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Michael Schrodi, im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit Abteilungsleiter Wirtschaftspolitik Dr. Benjamin Weigert sowie im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Jarzombek.
Zu den Höhepunkten der Woche zählte der Fototermin mit Bundeskanzler Friedrich Merz, der sich die Zeit nahm, ein paar Worte an die Wirtschaftsjunior:innen zu richten. Ebenso standen Besuche im Bundespresseamt, im Bundeskanzleramt, im Berliner Abgeordnetenhaus sowie eine Führung durch den Bundesnachrichtendienst auf dem Programm.
Beim KHT-Abschlusspanel im Allianz-Forum sprachen Heiko Kösling, Esra Limbacher (SPD) und Nora Seitz (CDU) zu „Hebel und Hürden – Regulatorik und der Mut zur Selbstständigkeit“. Moderiert von Bundesgeschäftsführerin Ann-Catrin Gras wurde noch einmal deutlich, was den Know-how-Transfer seit mehr als 30 Jahren auszeichnet: Er baut Brücken zwischen Politik und Wirtschaft und ermöglicht echten Austausch auf Augenhöhe. „Eine sehr produktive Woche, bei der wir unsere Anliegen platzieren konnten“, lautete das Fazit der stellvertretenden Bundesvorsitzenden Carolin Hochmuth nach fünf Tagen im politischen Berlin.
Dominik Wahl, Ressortinhaber Unternehmertum im aktuellen Bundesvorstand, begleitete Gitta Connemann, zu dieser Zeit noch Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Auf die Frage, warum Wirtschaftsjunior:innen am KHT teilnehmen sollten, sagte er: „Wer als Unternehmerin oder Unternehmer Reformen einfordert, muss auch dort sein, wo sie verhandelt werden. Der KHT macht es möglich. Mitten hinein, echte Gespräche, echter Zugang“
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