Frühjahrsdelegiertenkonferenz in Pforzheim
Am 11. April 2026 kamen die Delegierten der Wirtschaftsjunioren Deutschland im Sparkassenforum in Pforzheim für die Frühjahrsdelegiertenkonferenz (Früh-DV) zusammen. 59 Kreise waren vor Ort und nutzten das Präsenztreffen für Austausch und strategische Ausrichtung.
Die WJ Nordschwarzwald brachten im Rahmen der Früh-DV 2025 den Antrag ein, das höchste Organ der Wirtschaftsjunioren wieder in den analogen Raum zurückzuholen und boten sich zugleich als Ausrichter an. Hintergrund des Antrags war, dass die ehemals analoge Früh-DV seit 2020 nur noch digital stattfand – mit Ausnahme 2023 in Wetzlar. Der Beschluss fiel zugunsten der Antragsteller aus, auch wenn es aufgrund logistischer und finanzieller Bedenken zu Nein-Stimmen und Enthaltungen kam.
Ein Jahr später versammelten sich die Delegierten aus 59 Kreisen in Pforzheim und erlebten neben der Versammlung ein vielseitiges Rahmenprogramm, organisiert von Annina Reiling und ihrem Nordschwarzwald-Team: Die Teilnehmenden netzwerkten beim Welcome-Abend, erhielten Einblicke bei Betriebsbesichtigungen, erweiterten ihre Skills beim Coaching-Workshop und genossen den Schwarzwald bei Sightseeingevents von seiner schönen und kulinarischen Seite.
Politische Arbeit im Fokus
In seiner Früh-DV-Rede betonte Bundesvorsitzender Heiko Kösling die besondere Rolle der Delegiertenversammlung. Ihre Aufgabe sei es, dem Bundesvorstand einen Handlungsauftrag mitzugeben. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, ist in den letzten Jahren immer weniger im Verband gelebt worden. Um dies zu ändern, brachte er den mit den Kreisen gemeinsam erarbeiteten Leitantrag „Unternehmerische Mobilität“ ein. Dieser wurde bestätigt und zielt unter anderem darauf ab, junge Menschen ohne akademischen Hintergrund für Unternehmertum zu begeistern und bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Ihm sei es zudem wichtig, die politische Arbeit auf allen Verbandsebenen zu stärken. Dazu gehöre insbesondere, Mitglieder zu befähigen, einen kritischen Dialog mit Mandatsträger:innen zu führen.
Ein deutliches Signal sendete Kösling an die Delegierten mit Blick auf die Grundwerte des Verbands: „Die Wirtschaftsjunioren stehen fest auf dem Fundament der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.“ Überparteilichkeit und demokratische Verantwortung bleiben – wie auch schon in der Vergangenheit – nicht verhandelbar.
Auch die wirtschaftliche Vernetzung der Mitglieder möchte der Bundesvorsitzende weiter vorantreiben. Mit dem Einrichten sogenannter Businessforen unter der Leitung von Marco Fleck sei der Anfang gemacht. In Zukunft sollen Mitglieder darüber leichter und gezielt miteinander ins Geschäft kommen.
Auf der Tagesordnung stand ebenfalls die kommende Mitgliederkampagne „WJ und Du“. Dahinter verbirgt sich die einfache wie wirkungsvolle Idee, dass alle Wirtschaftsjunior:innen im eigenen Netzwerk nach potenziellen Mitgliedern Ausschau halten und sie mit zu WJ-Veranstaltungen bringen. Wenn das gelingt und die WJ-Begeisterung überspringt, könne sich der Verband innerhalb nur eines Jahres verdoppeln, so der Bundesvorsitzende.
Impulse aus der Politik
Ein digitales Grußwort kam von Katja Mast, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Sie gab Einblicke in die aktuellen politischen Rahmenbedingungen und betonte die Bedeutung eines stabilen Arbeitsmarktes, verlässlicher sozialer Sicherungssysteme sowie guter Bedingungen für Beschäftigung, Gründung und wirtschaftliche Transformation.
Rückblick und Beschlüsse
Ein besonderer Moment war die Übergabe des Jahresberichts 2025 von Constance Kaysser, Bundesvorsitzende im Vorjahr und heute Ehrenpräsidentin, an Heiko Kösling. In seiner Würdigung hob er sie als Role Model modernen weiblichen Unternehmertums hervor und betonte ihren Einsatz für die politische Sichtbarkeit des Verbands.
Die Delegierten genehmigten anschließend den Jahresabschluss und den Prüfbericht 2025 einstimmig und entlasteten den Bundesvorstand ebenfalls einstimmig.
Bundesgeschäftsführerin Ann-Catrin Gras stellte neben wichtigen Terminen auch die Ergebnisse der neuesten strategischen Verbandsumfrage vor und verband dies mit der Bitte an die Kreise, die aktuellen Zahlen in der Kommunikation zu nutzen.
Ein besonderer Fokus lag in der Umfrage auf Diversitätsaspekten und Wünschen. Dabei setzte sich ein Trend fort: Das Interesse an wirtschaftspolitischen Themen nimmt weiter zu.
Anschließend gaben die Bundesvorstandsmitglieder Updates aus ihren Ressorts. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Carolin Hochmuth rief in ihrem Redebeitrag unter anderem dazu auf, sich aktiv an Verbandsumfragen zu beteiligen, da diese die Grundlage für Positionspapiere und politische Arbeit bilden. Zudem ermutigte sie Interessierte, sich für den Bundesvorstand 2027 zu bewerben.
Blick nach vorn
Zum Ende der Delegiertenversammlung dankte Heiko Kösling seinem Bundesvorstandsteam und allen Hauptamtlichen in der Bundesgeschäftsstelle für das Engagement.
Er schloss die Früh-DV mit einer spannenden Erkenntnis aus einem Mitgliederakquise-Training: „Wenn ein Neumitglied im ersten Jahr auf eine Konferenz geht, ist es im Schnitt acht Jahre im Verband aktiv. Tut es das nicht, dann nur zwei.“
In diesem Sinne hofft er auf ein Wiedersehen mit vielen, auch neuen Mitgliedern bei der BuKo in Hamburg vom 22. bis 25. Oktober.
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