Unternehmertum für alle

Studien zeigen, dass das Interesse an Unternehmertum gerade bei jungen Menschen besonders groß ist. Die Daten verraten aber auch, dass nicht alle Menschen die gleichen Chancen haben, ein Unternehmen aufzubauen oder zu übernehmen. Das ist aus wirtschaftlicher wie persönlicher Perspektive ein höchst problematischer Zustand und zugleich Auftrag für uns als Verband, mit unserem Praxiswissen für Verbesserungen zu sorgen.

Im Laufe eines Lebens gibt es ein Zeitfenster, in dem die Gründungsbereitschaft besonders groß ist: Laut einer Befragung der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2024 können sich 40 Prozent der 14 bis 25-Jährigen grundsätzlich vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. 11 Prozent planen diesen Schritt konkret, während weitere 29 Prozent unentschieden sind, ihn aber nicht ausschließen. Der KfW-Gründungsmonitor beziffert das durchschnittliche Gründungsalter im Jahr 2024 mit 34,4 Jahren – der bisher niedrigste gemessene Wert. Somit schlummert in der Jugend ein enormes Potenzial für Innovation, Wohlstand und wirtschaftliche Stabilität.

Unterschiedliche Startbedingungen

Doch die Ausgangslage und damit die Erfolgschancen sind sehr unterschiedlich. Frauen gründen im Start-up-Bereich deutlich seltener; ihr Anteil lag laut Female Founders Monitor 2025 bei nur 18,8 Prozent. Menschen mit Einwanderungsgeschichte gründen dagegen überdurchschnittlich häufig. Im Jahr 2024 hatten 30 Prozent der Gründer:innen eine Migrationsgeschichte. 44 Prozent dieser Gruppe können sich eine Selbstständigkeit vorstellen, verglichen mit 30 Prozent in der übrigen Bevölkerung. Häufigste Hemmnisse für diese Gruppe sind finanzielle Risiken, Finanzierungssorgen, bürokratische Hürden sowie die soziale Sicherheit.

Neben Herkunft und Geschlecht bestimmt die Bildungsbiografie das Sicherheitsgefühl im Umgang mit wirtschaftlichen Themen. 80 Prozent der Jugendlichen gaben in einer Studie des Bankenverbandes an, in der Schule kaum etwas über Wirtschaft und Finanzen gelernt zu haben. Gleichzeitig strebt die Generation Z laut IU-Studie nach finanzieller Unabhängigkeit, persönlicher Freiheit und Sicherheit.

Bürokratie als größtes Hindernis

Der Bürokratieabbau bleibt ein Dauerthema: 65 % der Gründer:innen des Jahres 2024 nahmen bei ihrer Gründung Probleme mit bürokratischen Hürden und Verzögerungen wahr. Weitere wahrgenommene Hemmnisse im Jahr 2024 waren der Kundenzugang (44 %), das finanzielle Risiko (42 %) und die Belastung für die Familie (41 %).

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